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Die Bocklinien des Alpinen Steinschafes
Bereits im Jahre 1911 beschrieb Führer das Alpine Steinschaf als eine vom Aussterben bedrohte uralte Schafrasse der
österreichischen Hochalpen. In den 60er Jahren 1964 /1967 war der Bestand bereits auf weniger als 1000 Stück reduziert (Mason). Die um 1950 noch vorhandenen verschiedenen Landschläge des Alpinen Steinschafes (Salzkammergut, Niedere Tauern, Nauderer Berge) waren zu diesem Zeitpunkt noch einigermaßen stark präsent. Aber ab 1960 wurden vor allem im salzburger und oberösterreichischen Salzkammergut die letzten noch vorhandenen größeren Bestände gezielt verdrängt. Alpine Steinschafe wurden aufgekauft und der Schlachtung zugeführt. Die triebigen Steinschafwidder wurden von den Gemeinschaftsalmen verbannt oder kurzerhand kastriert. Parallel wurden Fleischschafrassen von den Schafzuchtverbänden stark forciert. Bis heute konnten sich daher nur noch kleine Herden und Einzeltiere des Alpinen Steinschafes in relativ abgelegenen, grenznahen Gebieten erhalten. Eine der letzten größeren Herde mit über 100 Mutterschafen aus dem Raum Nauders/Tirol wurde erst 1999 bis auf einen kleinen Restbestand geschlachtet. In Bayern begann die Herdbuchzucht mit der Initiative der Züchter Dr. Gerhard Burkl und Christian Haarpaintner, die die ursprünglichen Tiere auf vielen Fahrten zusammensuchten und gezielt aufkauften (Berchtesgaden, Garmisch, Nauders und Weerberg). Dr. Mendel baute seine Herde 1996 mit Muttertieren aus Nauders auf. Die größte Herde wurde von der Familie Aschauer aus Raumsau gehalten, da dort das Alpine Steinschaf immer schon gezüchtet wurde. Im Jahre 2000 wurde von 11 Züchtern, davon 4 aus Bayern, ca. 130 Muttertiere mit ca. 6 Widderlinien herdbuchmäßig geführt. Zur Zeit wird von uns versucht, die alten Daten zu sammeln, damit diese nicht verloren gehen. Für weitere Aufschlüsselungen wird noch ein geeignetes System gesucht. Desweiteren wird versucht, die verschiedenen Bestände in Österreich und Deutschland weitgehend getrennt zu halten, um z.B. bei Seuchen oder anderen Problemen auf die Genetik vom Nachbarland zurückzugreifen. Die folgende Tabelle zeigt die Züchter die im Herdbuch eingetragen waren oder noch sind, die Buchstaben dazu sind die Züchterkennzeichen und die entsprechende Herdbuchnummer gliedert sich in Region (8=Baden Württemberg, 9=Bayern, 30=Österreich), Züchternummer und Tiernummer. Des weiteren ist der früheste Zeitpunkt der Erfassung genannt.
Wir bitten die Züchter fehlende Daten zur Verfügung zu stellen und die neuen Züchterkollegen um kurze Mitteilung, damit die Tabelle vollständig gehalten werden kann. Erstellt durch die EDV-Beratung Martin Steinherr |