
Beim Wildschaf bestand das Haarkleid aus
Oberhaaren als Witterungsschutz und aus
Unterhaaren als Wärmeschutz,
die im Herbst und Frühjahr dem Haarwechsel unterlagen.
Das Vlies des Hausschafes ist durch eine Erbänderung entstanden, wobei bei den Wollschafen
nur noch das Unterhaar erhalten blieb und der Haarwechsel nicht mehr auftrat.
Das Haarkleid der Schafe ist die Wolle oder das Wollvlies, das sich aus Millionen einzelner Wollhaaren bzw. Wollfasern zusammensetzt. Das Wollhaar besteht aus Eiweißstoff (Protein) und setzt sich zusammen aus:
- Oberhaut - mehr oder weniger große Anzahl von Hornschuppen , die ähnlich einem Schieferdach um die Faser herum angeordnet sind
- Rindenschicht - sie ist der Hauptbestandteil der Faser und besteht aus feinsten, spindelförmigen Fibrillen, die um das Zweifache ihrer Länge gedehnt werden können
- Markkanal - der aber nur bei gröberen Wollhaaren im Inneren der Rindenschicht vorkommt und bis zu 90 % des Haardurchmessers einnehmen kann. Bei Wollhaaren von weniger als 35 Mikrometer gibt es in der Regel keinen Markkanal.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das Schaf auch Wollfett und Wollschweiß erzeugt. Das ätherische Wollfett wird von den Talgdrüsen und der wasserlösliche Wollschweiß von den Schweißdrüsen produziert. Fettschweiß wird die Vereinigung dieser zwei Bestandteile genannt. Dieser Fettschweiß überzieht das Wollhaar und schützt es. Dadurch wird es geschmeidig und elastisch.
Die drei Hauptgruppen des Wollhaares:
|
Länge cm |
Markkanal |
Haarwechsel |
Dicke |
Eigenschaft |
Eigenschaft |
Eigenschaft |
| Stichel- oder Kurzhaar |
1 - 4 |
Bis 90 % |
ja |
|
spröde gerade |
Überall dort wo die Haut direkt auf dem Knochen aufliegt |
Bleiben nach Haarwechsel als tote Haare im Vlies hängen |
| Grannen- oder Oberhaar |
bis 30 |
Bis 50 % |
nein |
30-70 μm |
dick fest glatt u. leicht gewellt |
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Nicht zum Filzen geeignet |
| Woll- oder Flammhaar |
bis 15 |
meist markfrei |
nein |
10-35 μm |
Wollhaar: fein gekräuselt geschmeidig bruchfest elastisch |
Flammhaar: untermischt mit Grannen- oder Oberhaaren ergibt typische Mischwolle |
Wollhaar hat ein gutes Filzvermögen |